
Am Adelaide Airport angekommen wurde ich von einem (hauptberuflichen) Chauffeur der Uni abgeholt. Der Typ war ungefähr 50 Jahre alt und 2,10m groß. Es war ein sehr seltsames Gefühl, auf der linken Fahrzeugseite als Beifahrer in den Holden (=Opel-Australia) einzusteigen. Als der Mann dann linksrum in den nächsten Kreisverkehr gedonnert ist, waren meine Nerven kurzzeitig völlig am Ende.
Er brachte mich ohne Umwege und ohne ein Wort zuviel direkt in meine temporäre Unterkunft: Das Royal Adelaide Hospital (Residential Wing). Hört sich königlich an, ist es aber nicht. Dunkle Zimmer, unbequeme Betten, keine Heizung, dünne Wolldecken, endlose Gänge, ein Bad für etwa 30 Leute, Fenster, die so dreckig sind, dass man kaum durchsehen kann (kein Wunder… wie soll man die auch putzen, wenn sie nicht mal 10cm weit aufgehen) und keinerlei Internetzugang oder Telefon. Na dann mal viel Spaß bei der Wohnungssuche.
Ich hatte wärend meines Fluges nur etwa 2h geschlafen, war Sonntag morgens um 08:00 Uhr angekommen und versuchte nun, mich bis spät Abends durch die Straßen zu schleppen, um nicht in den falschen Schlafrhythmus zu verfallen.Wie sich später herausstellte, war dies auch tatsächlich die wIrkungsvollste Waffe gegen den Jetlag von immerhin +7,5 Stunden gegenüber Deutschland.
Ich stellte außerdem bald fest, dass ich ständig wie Orientierungslos stets in die falsche Richtung lief! Die Erklärung dafür viel mir erst nach einiger Zeit auf: In der südlichen Hemisphäre wandert die Sonne nicht im Süden, sondern im Norden, weshalb man instinktiv nach Norden läuft, wenn man nach Süden möchte, da sich diese Richtung aufgrund der Sonnenposition unterbewusst wie Süden anfühlt. Schlau, gell?
Ich habe unterwegs einfach mal ein paar Fotos von meiner Uni und einigen Plätzen, sowie meinem alltäglichen Frühstück in einer Krankenhaus-Cafeteria geschossen.
Die nächsten 10 Tage war ich nun Vollzeit mit der Wohnungssuche beschäftigt. Ich habe die Rental-Database der Uni, mehrere Websites und Anzeigen in der Zeitung sowie an schwarzen Brettern abgegrast und dabei unbeschreiblich viel Mist zu unbeschreiblich hohen Preisen gesehen.
Letztenendes haben mir allerdings ein paar Leute, die ich hier kennen gelernt habe, zu einem Platz in einer echt gemütlichen WG verholfen. Mehr dazu aber später, nun gibts erstmal ein paar Eindrücke von der Umgebung.
Cheers, T.
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..also..himmel..die Betten sehen aus wie im Knast; sogar mit Knaststreifen..und das Frühstück? Ist das Känguruh??
…nein, normaler bacon.
Känguruh koch ich nächste Woche!
Hallo, Junior,
schön zu lesen und zu sehen, dass du gut auf der anderen Seite der Erde angekommen bist. Die Bilder vom Flug sind beeindruckend (für jemanden, der noch nie in einem Jet geflogen ist). Dein Übergangsquartier war doch gar nicht sooo… schlecht (wohl etwas verwöhnt worden zu Hause…was???). Bei der Bundeswehr ist so etwas Standard. Die Fenster waren wohl deshalb so dreckig, weil keiner der vielen Vorbewohner sie geputzt hat. Aber … wie ich dich kenne, hast du sie endlich mal gesäubert.
Wir freuen uns, dass du schnell eine gemütliche WG gefunden hast und wünschen weiterhin alles Gute.
Papa und Mama
Ps.: Wie schmeckt nun das Fleisch von den Beuteltieren? Auch nach Hühnchen?
Hehe, beim Bund habt ihr dafür aber keine 23 Eier die Nacht blechen müssen.
Dafür nehme ich doch nicht auch noch nen Lappen in die Hand!